Crowdfunding – eine alternative Finanzierungsform

Wenn konventionelle Finanzierungswege für Produktentwicklungen, Innovationen oder Markteinführungen nicht gangbar sind, dann fällt immer öfter das Schlagwort „Crowdfunding“. Was dahinter steckt, ist vergleichbar mit dem, was man früher oft als „Sponsoring“ kannte. Fehlte Geld für die Realisierung einer Veranstaltung oder einer Marketingidee, so schien die Lösung im Sponsoring zu liegen. Jemand spendete Geld, um die eigene Idee zu verwirklichen.

Was aber ist Crowdfunding? Eine neue Art des Sponsorings? Das Wort setzt sich aus den beiden englischen Wörtern „Crowd – (Menschen-)Menge“ und „Funding – Finanzierung“ zusammen. Über eine Vielzahl von Menschen wird ein Projekt, ein Produkt, ein Start-Up-Unternehmen oder eine Idee gefördert und somit finanziert. Ein Vorwurf an diese Idee, den man oft hört, ist die Behauptung, es handele sich um Glücksspiel. Doch das ist nicht der Grundgedanke. Es geht einfach darum, eine Idee bzw. ein Projekt, das man persönlich gut findet, mit einem ganz persönlich definierten Geldbetrag zu unterstützen, um dann diese Idee buchstäblich wachsen zu sehen. Es verhält sich wie beim Pflanzen: Man steckt einen Samen in die Erde und hofft, dass daraus eine Pflanze wird. Mal gedeiht, was man so pflanzt, ein anderes Mal geht es ein. Beides sind Möglichkeiten, mit denen man rechnen muss.

Crowdfunding-Projekte werden im Prinzip über das Internet organisiert. Oft wird vor Beginn des Fundraisings eine Mindestsumme definiert, die in einem festlegten Zeitraum erreicht werden muss, damit das Projekt realisiert werden kann. Wird diese Summe nicht erreicht, erhalten die Unterstützer ihr Geld zurück. Gelingt es, dass definierte Ziel zu erreichen, erhalten die finanziell beteiligten Personen in der Regel eine Gegenleistung vom Projektinitiator. Diese kann sehr unterschiedlich aussehen. Die Bandbreite geht von einer öffentlichen Danksagung, einem Exemplar des Projektes oder bei kommerziellen Aktionen eine finanzielle Beteiligung.

Man kann also vier Formen des Crowdfunding unterscheiden:

  1. Klassisches Crowdfunding: Die Finanzierer erhalten nach Fertigstellung des Projekts zum Dank z.B. eine Kopie der Projektergebnisse, eine CD oder ein Modell der ersten Baureihe – aber keine finanziellen Mittel.
  2. Crowdinvesting: Bei dieser Form bekommen die Unterstützer Anteile am Projekt und profitieren von zukünftigen Gewinnen.
    Crowdlending: In diesem Fall stellt die „Crowd“ dem Projektinitiator Geld zur Verfügung. Dieses Geld wird nach Projektschluss zurückgezahlt. Ob mit oder ohne Zins, wird vorher festgelegt.
  3. Spenden-Crowdfunding: Hier spielt die ideelle Überzeugung eine wesentliche Rolle dabei, ein Projekt zu unterstützen. Das Geld wird im wahrsten Sinne des Wortes gespendet – und zwar ohne eine Gegenleistung.Um ein Vorhaben gleich welcher Art mittels Crowdfunding zu finanzieren, gibt es eine Vielzahl an Plattformen wie Kickstarter oder Indiegogo.

Beim Crowdfunding geht es, neben dem finanziellen Aspekt, meistens auch um eine emotionale Beteiligung. Auf alle Fälle gilt es zu prüfen, ob Crowdfunding als Alternative zu anderen Möglichkeiten der Finanzierung infrage kommt. Ein „Allheilmittel“ für fehlendes Kapital ist es nicht. Man muss sich sorgfältig mit diesem Thema befassen und informieren, bevor man sich entscheidet, das eigene Projekt so zu finanzieren.

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